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Weimaraner-News

22.02.2010: Neues vom Weimaraner-D-Wurf

Die Weimaraner-Welpen des D-Wurfs sind jetzt 9 Monate alt. Mitte April steht für alle mit der Verbandsjugendsuche (VJP) die erste Prüfung an. Wegen der anhaltenden Schneelage ist die Vorbereitung für diese Anlagenprüfung zur Zeit deutlich erschwert. 

Doch auch wenn die Übungsmöglichkeiten im Feld eingeschränkt sind, lässt sich die Zeit sinnvoll nutzen. So übt Dietlinde von der Vogelweide schon eifrig das Apportieren. Wie man sieht hat sie hierbei schon große Fortschritte gemacht. Darüber hinaus gibt es noch mehr zu berichten, von der jungen Weimaraner-Hündin - doch davon beim nächsten Mal.

Weimaraner-Hündin Dietlinde von der Vogelweide trägt einen Marder
Dietlinde von der Vogelweide beim Apportieren eines Marders


17.01.2010: Der Weimaraner-Deckrüde für den kommenden Wurf steht fest!

Es ist vollbracht! Endlich sind wir auf der Suche nach einem passenden Rüden fündig geworden! Mit "Kleo von der Schelmelach" haben wir einen Rüden gefunden, der unseren Vorstellungen entspricht. 

Warum ein neuer Rüde?
Wir sind und waren mit dem Rüden des letzten Weimaraner-Wurfes "Pluto vom Bärental" äußerst zufrieden. Wiederholungswürfe halten wir zu diesem Zeitpunkt aber für wenig sinnvoll, da es noch viel zu früh ist, um die jagdliche Entwicklung der Welpen aus dem letzten Wurf beurteilen zu können. Das ist frühestens nach zwei Jahren möglich. Auch für die genetische Vielfalt der Rasse ist es sinnvoll nicht immer die selben Paarungen zu wiederholen.

Warum Kleo?
Ins Blickfeld geraten war der Rüde, weil mir ein befreundeter Leistungsrichter den Hinweis gegeben hatte, dass er auf einer HZP einen spurlauten Rüden gesehen hat, dessen Leistungen ihn sehr beeindruckt haben. Sehr positiv ist auch ein niedriger Inzuchtkoeffizient (IK) bei einer Verpaarung von Kriemhild und Kleo. Ein niedriger IK führt zu einem vielfältigen, heterogenen Erbgut und ist die beste Strategie zur Erreichung von Vitalität und Gesundheit. 

So haben wir uns auf den Weg gemacht und sind rund 1000 km gefahren, um Kleo in Natura zu begutachten. Hier ging es uns darum, uns einen Eindruck vom Typ und vom Wesen zu verschaffen. Optisch entspricht der Rüde voll unseren Vorstellungen, da wir züchterisch einen kräftigen aber nicht schwerfälligen Typ anstreben. Vom Wesen her zeigte er bei seinem Besuch ein einwandfreies und sicheres Sozialverhalten. Auch beim Belastungstest zeigte er sich standhaft. Der Besitzer, ein junger, engagierter Jäger, setzt Kleo sehr oft zu Saujagden und als Helfer bei der Baujagd ein. Der Rüde konnte daher seine ausgeprägte Raub- und Schwarzwildschärfe schon mehrfach unter Beweis stellen. 

Weimaraner-Deckrüde "Kleo von der Schelmelach"
Spurlaut, raub- und schwarzwildscharf -  Deckrüde Kleo von der Schelmelach


20.12.2009: Weimaraner, Jagd und Winter

Nach und nach trudeln Berichte der ersten jagdlichen Erlebnisse unseres D-Wurfs bei uns ein. Die "Welpen" sind jetzt 7 Monate alt, und haben schon allerhand erlebt. Dazu gehören Jagden auf Sau, Reh, Fuchs, Hase, Fasan, Ente, Rebhuhn, Rabenkrähe und sogar Gams! 

Auch für Weimaraner-Mutterhündin Kriemhild gibt es in dieser Zeit allerhand zu tun. Auf einer Saujagd letze Woche konnte sie, gemeinsam mit ihrem Bruder Konrad, eine kranke 35 kg-Sau greifen, die in einen eiskalten Kanal geflüchtet war. Wegen der Wassertiefe war es nicht möglich, die Hunde dabei zu unterstützen, sodass die beiden im kalten Wasser fast zehn Minuten benötigten, bis sie das wehrhafte Stück überwältigt hatten.

Nach den vielen und anstrengenden Jagden in den letzten Monaten war es heute schön, einmal wieder einen gemütlichen vorweihnachtlichen Winterspaziergang mit den Hunden zu machen.

Weimaraner-Hündin Kriemhild im Schnee
Weimaraner-Hündin Kriemhild im vorweihnachtlichen Schnee

 

22.11.2009: Neues vom D-Wurf

Die Welpen des D-Wurfs sind noch keine 6 Monate alt, und schon gibt es erfreuliche jagdliche Erlebnisse zu berichten. So auch von "Tochter" Dela, die wir in Österreich besucht haben. Bei der Niederwildjagd, die mit dem Besuch verbunden war, zeigte die "Kleine" ein schier unvorstellbare Ausdauer. Während die anderen Hunde am Nachmittag ihr Suchtempo deutlich reduzierten, sauste Dela noch umher, als hätte die Jagd gerade erst angefangen. Das lässt auf eine große Passion und einen ausgeprägten Finderwillen schließen.

Auch sonst zeigte die Hündin, mehr als man in diesem Alter erwarten darf. So ließ sie sich hinter einem Reh abpfeifen, dass sie sichtlaut hetzte. Laut Besitzer konnte sie sogar schon einmal den Spurlaut am Hasen zeigen (!). Das ist besonders erfreulich, zumal sich der Laut häufig erst später entwickelt. Dann stand Sie einmal gute 20 Sekunden lang einem Fasan vor, bevor dieser abstrich. Und zum Stolz des Besitzers trug sie diesem sogar einen schweren Hasen zu.

Weimaraner-Hündin Kriemhild (vorne) mit Tochter "Dela von der Vogelweide"
Jagdpause: Kriemhild (vorne) mit Töchterchen "Dela von der Vogelweide"


26.10.2009: Kriemhild meistert eine "erschwerte" VGP!

Als ich am Donnerstagabend vor der Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) von der Arbeit komme, sind meine Frau und Kriemhild nicht zu Hause. Ein Anruf auf Ihrem Handy bringt Klarheit und einen großen Schreck: Sie sitzt mit der Hündin beim Tierarzt. Erbrechen mit Blutauflagerungen. Diagnose: Eitrige Mandelentzündung.

Eine Nachricht, die sich sicher niemand wünscht, wenn es nur noch 36 Stunden bis zur großen Prüfung sind, auf die man monatelang hingearbeitet hat. Trotz sofortiger Behandlung mit Antibiotika war klar, dass eine Heilung in dieser kurzen Zeit nicht machbar ist. Wegen des späten Prüfungstermins ist das Ausweichen auf eine andere Prüfung auch nicht möglich. Was tun? 

Da Kriemhild am nächsten Morgen, trotz Erkrankung, einen vitalen Eindruck macht, beschließe ich die Prüfungsteilnahme zu wagen. Falls sich zeigen würde, dass es der Hündin zuviel wird, würde ich die Prüfung abbrechen.

Aber - Kriemhild wurde es nicht zuviel. Zwar merkte man, dass es mit ihrer Kondition nicht weit her war, aber dass, was sie gelernt hatte, zeigte sie. So konnten wir am Ende des zweiten Prüfungstages voller Stolz die Prüfungsurkunde entgegen nehmen: 304 Punkte, 1. Preis und das Armbruster-Haltabzeichen!

Doch jetzt sind erst einmal Erholung und zwei Wochen Jagdpause angesagt, damit sich Kriemhild wieder voll regenerieren kann.


29.09.2009: Jugendliche Jagderlebnisse

Trotz ihrer Jugend sammeln die Weimaraner-Welpen des D-Wurfs schon ihre ersten jagdlichen Erfahrungen. So konnte Dieta während der Hühnerjagd schon die ersten Rebhühner finden und ihrem Herrchen bringen. Deno hat eine geflügelte Rabenkrähe gegriffen und so geschickt abgewürgt, dass ihm der gefürchtete Schnabel nichts anhaben konnte. 

Danko hat seine ausgeprägte Bringfreude unter Beweis gestellt, als er beim Spielen zufällig ein verendetes Huhn gefunden hat. Dieses hat er mit vollem Griff aufgenommen und voller Stolz seinem Herrchen zugetragen. 

junger Weimaraner trägt ein totes Huhn
Voller Stolz bringt der kleine Danko das gefundene Huhn (Foto: K. Bartelt)

20.09.2009: Wiedersehen mit den Welpen

Gestern war HZP der Landesgruppe Südwest des Weimaraner-Klubs e. V. Gleich vier der Welpenbesitzer aus dem D-Wurf nutzen die Gelegenheit, sich die Prüfung anzusehen, um sich so auf die eigenen Prüfungen im nächsten Jahr vorzubereiten. Der sinnvolle Prüfungsbesuch hatte einen schönen Nebeneffekt: Nicht nur Prüfungsleiter Berthold Pföhler freute sich über engagierte Hundeführer, auch ich hatte so die Möglichkeit zu sehen, wie sich der Nachwuchs entwickelt hat. 

Die Welpen, die inzwischen gut 4 Monate alt sind, sind natürlich viel größer als beim letzten Mal. Das Durschnittsgewicht liegt bei jetzt 18 kg, wobei alle Welpen gewichtsmäßig sehr eng zusammen sind, sodass es auch optisch keine allzu großen Unterschiede gibt. Auch die Köpfe haben sich sehr schön entwickelt, was man auf dem Foto von Deik gut sehen kann. 

Aber viel wichtiger als solche (erfreulichen) Äußerlichkeiten ist es, wie die Welpen sich jagdlich entwickeln. Hier wird die Jugendsuche (VJP) im nächsten Frühjahr ein interessanter Gradmesser sein. 

 

12.08.2009: Weimaraner-Welpentag

Zweieinhalb Wochen sind die Welpen des D-Wurfs jetzt bei ihren neuen Besitzern. Weil die ersten 16 Lebenswochen besonders wichtig für die weitere Entwicklung sind, haben wir am vergangenen Wochenende einen speziellen Übungstag angeboten. Dabei hatten die Welpen und ihre Besitzer eine Vielzahl an Aufgaben zu bewältigen - verschiedene Hindernisse überqueren, Verhalten in unbekannten Situationen, altersgerechte Gehorsamsübungungen, Fährtentraining, Führersuche und Übungen zur Beute- und Wildmotivation. 

Da man sich intensiv mit jedem einzelnen Welpen beschäftigen konnte und alle engagiert bei der Sache waren, war der Tag sehr kurzweilig. So wurde es schließlich halb Sieben, als wir, alle zufrieden und erschöpft, Feierabend gemacht haben. 


25.07.2009 (8 Wochen, 5 Tage): Time to say Goodbye!

Auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende. An diesem Wochenende werden die meisten unserer Weimaraner-Welpen von ihren neuen Besitzern abgeholt. Zwei Welpen, ein Rüde und eine Hündin, bleiben noch eine Woche länger, da dies besser zur Urlaubsplanung der neuen Familien passt. 

Für uns geht damit wieder ein Abschnitt zu Ende, der viel Freude gemacht hat, aber auch sehr arbeitsreich war. Schließlich wollen 8 Welpen nicht nur beschäftigt werden, sondern auch Fütterung und Ausscheidungen verursachen einen "Berg" Arbeit. Viele Nächte in den letzten achteinhalb Wochen war an Durchschlafen nicht zu denken. Ausschlafen war unmöglich und viele Dinge, die man sonst in seiner Freizeit macht (z. B. Jagen), mussten hinten anstehen. Mit dem Wissen, dass wir für alle Welpen nette Jägerfamilien gefunden haben, fällt der Abschied daher ein kleines bisschen leichter.

Die meisten Welpen bleiben in Baden-Württemberg. Ein Welpe geht an einen Weimaraner-Züchter aus Österreich, der auf Empfehlung des österreichischen Weimaraner-Klubs bei uns angefragt hatte und eine neue Zuchthündin braucht. 

Wenn Sie in der nächsten Zeit einen Weimaraner-Welpen in folgenden Orten sehen, könnte er von uns sein: 

  • Rülzheim, Rheinland-Pfalz

  • Bietigheim, Baden-Württemberg

  • Plüderhausen, Baden-Württemberg

  • Illingen, Baden-Württemberg

  • Reutlingen-Gönningen, Baden-Württemberg

  • Weigelsdorf, Niederösterreich

  • Lahr, Baden-Württemberg

  • Siblingen, Schweiz, Kanton Schaffhausen

Für Sie, liebe Newsletter-Leser, geht damit die Zeit der täglichen Berichterstattung zu Ende. Vielleicht gibt es in der nächsten Woche noch ein paar Geschichten über die zwei Welpen, die "verlängert" haben. In zwei Wochen folgt sicher der Bericht vom Welpenübungstag, den wir mit den neuen Welpenbesitzern durchführen werden. Ab dann gibt es wieder alle 4-6 Wochen Neues von der Vogelweide. 

Wir hoffen es hat Ihnen Spaß gemacht, mit uns die Zeit und die Erlebnisse zu teilen, die wir mit unserem Weimaraner-Nachwuchs hatten.

Marcus und Ursula Ehmann, "Mama" Kriemhild, "Oma" Amourette und DJT "Tante Anni"

 


Weimaraner-News-Miniarchiv

Für diejenigen, die unsere tägliche Berichterstattung über die ersten Wochen des D-Wurfs verpasst haben hier eine kleine Auswahl vorangegangener Berichte. Fotos gibt es allerdings nur in den aktuellen Berichten. 

21.07.2009 (8 Wochen, 1 Tag): Weimaraner-Ausflug der besonderen Art

Einen ganz besonderen Ausflug gab es dieses Mal für unsere Weimaraner-Welpen. Wir besuchten gemeinsam die Seniorenresidenz "GEVITA" in unserer Nähe. Gut 40 Senioren und Mitarbeiter der Einrichtung hatten sich eingefunden, um die kleine Rasselbande in Augenschein zu nehmen. Die Welpen ließen sich vor dem großen Andrang nicht weiter stören und tobten umher, als wären sie in heimatlichen Gefilden. Auch die vielen Streicheleinheiten ließen sie geduldig über sich ergehen. Für die Welpen war es eine einzigartige Erfahrung ältere Menschen zu erleben, die im Rollstuhl sitzen, sich mit dem Gehwagen fortbewegen und vielfach auch ganz anders bewegen, als das jüngere Menschen tun.

Für die Senioren und Mitarbeiter war der Welpenbesuch eine schöne Abwechslung und viele Fragen waren zu beantworten, bevor wir wieder den Heimweg antreten konnten. Auch für die Welpen war dieser Ausflug etwas ganz Besonderes, denn wann hat man schon einmal die Chance so viele unterschiedliche Menschen auf einmal kennen zu lernen.

16.07.2009 (7 Wochen, 3 Tage): Wasser Marsch!

In der Nacht hatte es sehr heftig geregnet, sodass ein trockener Bachlauf im Revier endlich wieder Wasser führte. Wir haben die Gelegenheit genutzt und mit unseren Weimaraner-Welpen einen Ausflug dorthin gemacht. Erstaunlicherweise sind die Welpen ohne großes Zögern mit uns im Bach spaziert und haben auch den Wechsel ans andere Ufer ohne Weiteres mitgemacht.

Die Wassergewöhnung ist eine der vordringlichen Aufgaben für die nächsten Monate, denn wir sind der Auffassung, dass ein jagdlich geführter Weimaraner-Welpe in seinem ersten Sommer das Schwimmen lernen muss. Im ersten Lebensjahr sollte ein solides Fundament für die spätere Ausbildung gelegt werden. Dazu gehört auch die Fähigkeit zu Schwimmen. Als Züchter wollen wir natürlich unseren Teil dazu beitragen.

14.07.2009 (7 Wochen, 1 Tag): Förderung auf dem Wackelbrett?

Schon wieder gab es eine Überraschung für die Welpen. Dieses mal haben wir zwei Wackelbretter für die Kleinen gebaut. Zugleich haben wir uns eine besonders schwere Aufgabe gestellt. Die Welpen nur mit Körpersprache, ohne die Zuhilfenahme von Futter über die Wackelbretter zu locken. Wie man auf dem Bild sieht, klappt das Dirigieren mit dem Körper ganz ordentlich und zeigt, wie sicher die Mensch-Hund Bindung schon aufgebaut ist.

Bei all den Hindernissen mit denen wir die Welpen konfrontieren, steht für uns die Förderung der sensomotorischen Entwicklung im Vordergrund. Hierzu ein Zitat der bekannten Schweizer Verhaltenskundler  Berlowitz und Weidt:

"Sehr wichtig erscheint uns die Erkenntnis, dass es dabei nicht etwa "nur" um besondere motorische Fähigkeiten wie beispielweise Klettern über Hindernisse und Leitern bei Katastrophen- und Rettungshunden oder Diensthunden von Militär und Polizei geht. Das Entscheidende besteht darin, dass solche entsprechend geförderten Hunde ein weitaus höheres psychisches Leistungsvermögen (Wesensfestigkeit), hohe Konzentrationsfähigkeit und ein ausgeprägtes Lernvermögen entwickeln." 


09.07.2009 (6 Wochen, 3 Tage): Der Beutewille - wichtigster Antrieb des Jagdgebrauchshundes

Seit gut einer Woche arbeiten wir wieder regelmäßig mit Wild. Nach der Phase der geruchlichen Prägung in der 3. und 4. Lebenswoche haben wir jetzt einen ganz anderen Schwerpunkt. Wir möchten den Willen zum Beutemachen fördern. Der Wille zum Beutemachen wird später einmal die wichtigste Antriebsfeder im praktischen Jagdgebrauch sein. Deshalb ist es eine der wichtigsten züchterischen Aufgaben, diesen Antrieb zu stärken. 

Dazu genügt es allerdings nicht, den Welpen gelegentlich etwas Wild in den Auslauf zu werfen. Die Förderung des Beutewillens ist zeitaufwändig und verlangt viel Einfühlungsvermögen. Zum Aufbau verwenden wir vorwiegend Wildarten, die von den meisten Hunden als unangenehm eingestuft werden, wie z. B. Krähe, Marder, Fuchs und - wie im Bild - Sau. Indem wir den Welpen schon jetzt diese Wildarten "schmackhaft" machen, erleichtern wir auch den zukünftigen Besitzern die spätere Ausbildung.

Das Üben an der Sauschwarte ist eine besondere Schwierigkeit. Denn um bei den Welpen den Verhaltenskomplex des Beutemachens und -tragens auszulösen, muss die Schwarte vorher entsprechend vorbereitet werden, sonst funktioniert es nicht.


07.07.2009 (6 Wochen, 1 Tag): Der erste Ausflug - Weimaraner-Welpen im Gänsemarsch

Alles zu seiner Zeit. Bevor man mit Weimaraner-Welpen den ersten Ausflug macht, müssen sie die nötige Beweglichkeit mitbringen und das Folgeverhalten muss sich entwickelt haben. Da die Kleinen uns seit ein paar Tagen bei unseren Übungsspaziergängen im Garten begleitet haben, gab es heute den ersten Ausflug in die große weite Welt. 

Regelmäßige Ausflüge sind ab diesem Alter wichtig, damit die Welpen neue Eindrücke sammeln können und sich so ihre Umweltsicherheit erhöht. Wenn wir Ausflüge machen, wählen wir dabei bewusst Orte aus, die den Welpen Dinge bieten, die ihnen bisher völlig unbekannt waren. So haben die Kleinen beim ersten Ausflug das erste Mal einen Stoppelacker erleben dürfen. 


03.07.2009 (5 Wochen, 4 Tage): Tante Anni

Diejenigen, die uns schon länger kennen wissen, dass wir schon einmal einen ähnlichen Titel hatten (Tante "Dolli"). Leider haben wir unser DJT-Hündin Dolli vor eineinhalb Jahren verloren, aber Terrier-Hündin Anni erweist sich als würdige Nachfolgerin. 

Nachdem die Welpen zwei Wochen alt waren, haben wir berichtet, dass Weimaraner-Mama Kriemhild die Terrier-Hündin nicht an die Welpen lässt. Das hat sich aber in der Zwischenzeit geändert. Anni darf zu den Welpen und genießt das Spiel mit den Kleinen in vollen Zügen. Dabei ist es erstaunlich, wie behutsam die sonst so temperamentvolle Hündin mit den Welpen umgeht. Und falls das Temperament doch einmal mit ihr durchgeht, genügt ein kleiner Hinweis, damit sie einen Gang zurück schaltet. 

Für die Welpen ist das Spiel mit einem rassefremden erwachsenen Hund eine tolle Erfahrung, die sie normalerweise nicht in diesem Alter sammeln können.  Solche Erfahrungen haben einen positiven Einfluss auf die innerartliche Sozialisation. So wird schon jetzt der Grundstein für eine hohe soziale Verträglichkeit gegenüber Artgenossen gelegt. Und wahrscheinlich werden die Weimaraner-Welpen dieses Wurfs zeitlebens große Liebhaber von deutschen Jagdterriern sein.


01.07.2009 (5 Wochen, 2 Tage): Vorstehen für Frühstarter

Schon jetzt zeigen die Weimaraner-Welpen teilweise kleine Vorstehsequenzen. Dazu ist nicht einmal der Einsatz von lebendem Wild erforderlich. Das Vorstehen ist ein beutebezogenes Verhalten und kann daher von allem ausgelöst werden, was vom den Hund als Beute betrachtet wird. Da für die Welpen auch Spielzeug als Beute zählt, kann es auch hiermit zum Vorstehen kommen.

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Vorstehen? Das Vorstehen ist ein Verharren vor dem Sprung auf die Beute. In seiner ursprünglichen Form war es dem Hund durch Vorstehen und vorsichtiges Nachziehen möglich so nahe an die Beute zu kommen, dass er sie schließlich erfolgreich greifen konnte. Wenn man diese Verhaltensform für das gemeinsame Jagen nutzen möchte, muss der Hund lernen, das Verharren so lange wie möglich auszudehnen. Zudem muss das Einspringen zum Beutegreifen verhindert werden.

Es ist übrigens ein Irrtum, dass zum korrekten Vorstehen der angewinkelte Vorderlauf gehört. Es kommt einzig und allein darauf an, dass der Hund, trotz höchster Anspannung, in seiner Position verharrt. Dabei kann er auch auf allen Vieren stehen oder unter Umständen auch sitzen oder liegen. 

Die Verhaltensanbahnung zum Vorstehen kann man bereits im Welpenalter beginnen. Denn, wie man sieht, bringen die Welpen das notwendige Rüstzeug dafür schon mit.  

27.06.2009 (4 Wochen, 5 Tage): Öfter mal was Neues!

Inzwischen haben unsere Weimaraner-Welpen die gesamte Fläche ausgiebig erkundet. Um neue Anreize zu setzen, haben wir daher damit angefangen, ihren Lebensraum täglich umzugestalten. So zum Beispiel den Weg in den Garten. Schon nach wenigen Benutzungen der Planken, die in den Garten führten, hatten die Welpen einen bestimmten Weg für sich herausgefunden, den sie von da an immer genommen haben. 

Nur haben die Kleinen dabei nicht mit uns gerechnet :-) Schließlich möchten wir die Welpen in ihrer Entwicklung fördern. Dazu gehört es immer wieder neue Lernimpulse zu geben. Was also, wenn der gewohnte Weg plötzlich nicht mehr in der gewohnten Weise genommen werden kann? Zuerst verdutzte Gesichtchen, dann ein kurzes Überlegen und danach der Versuch das neue Problem zu lösen. Mit jedem neuen Hindernis das bewältigt wird, vollziehen die Welpen zwei wichtige Lernschritte. Zum einen erlernen sie eine Taktik das Hindernis zu nehmen und - noch viel wichtiger - sie bekommen mehr Selbstvertrauen, denn sie lernen Probleme aus eigenem Antrieb zu lösen und haben Erfolg damit.

Denn gewohnten Weg in den Garten haben wir inzwischen schon mehrfach verändert. Am Anfang führten zwei stabile, nebeneinanderliegende Planken hinab (siehe Bilder vom 24.06 und 26.06). Danach haben wir eine Planke etwas versetzt, so dass diese einen "Schaukelpunkt" hatte, wie eine Wippe. Aktuell haben wir die Breite auf eine Planke reduziert und - was besonders erschwerend ist - die Welpen müssen erst einen Absatz überwinden, um auf die Planke zu kommen. Für Hunde ist es nämlich besonders schwierig nach unten zu gehen, wenn sie nicht unmittelbar Boden unter den Füßen spüren.

 
23.06.2009 (4 Wochen, 1 Tag): Der ersten Kinderbesuchsfotos 

Gestern hatten die Welpen Kinderbesuch. Die Kinder aus der Nachbarschaft, die die Welpen in den letzten Tagen schon immer wieder auf der Terrasse und im Garten gesehen hatten, freuten sich riesig, dass sie endlich einmal ganz nah zu den Kleinen durften. Da Weimaraner-Mama Kriemhild das Ganze auch recht locker sah, konnten die Kinder sogar zu ihren Welpen in die Hütte. (Man muss noch ergänzen, dass der kindliche Besuch sich so vorbildlich und umsichtig verhalten hat, dass man diesen mit gutem Gewissen in die Hütte krabbeln lassen konnte).

Die Gewöhnung an Kinder ist eine ganz wichtige Aufgabe in der Prägungsphase. Die Anwesenheit von Kindern ist dabei durch nichts zu ersetzen, denn diese Verhalten sich gegenüber den Welpen anders, als erwachsene Menschen das tun. Nur wenn die Welpen schon im frühesten Alter Kinder kennen lernen, können sie mit ihnen auch als erwachsene Hunde souverän und sicher umgehen. 

20.06.2009 (3 Wochen, 5 Tage): Geräuschgewöhnung - ein wichtiger Baustein der Welpenförderung

Heute ist uns etwas Außergewöhnliches gelungen. Aus unseren Welpenseminaren wissen wir, dass junge Hunde in der Regel ängstlich auf laute Motorengeräusche reagieren. Deshalb wollten wir wissen, ob es möglich ist, Weimaraner-Welpen schon in diesem Alter an Motorengeräusche zu gewöhnen. 

Wenn die Lernzusammenhänge im Bereich der Geräuschgewöhnung bekannt sind, muss man hierbei allerdings äußerst behutsam vorgehen. Wir haben uns deshalb sehr viel Zeit genommen und haben es zum Schluss tatsächlich geschafft. Nach über 5 Stunden Vorbereitungszeit ist uns etwas gelungen, dass wir im Vorfeld nicht für möglich gehalten hätten. Wir konnten in unmittelbarer Nähe der Welpen mit einer PS-starken und wirklich lauten Motorheckenschere arbeiten, ohne dass sich die Kleinen davon beeindrucken ließen.

Unser Ziel ist es, die Wesensicherheit unserer Welpen in der Prägungsphase maximal zu fördern. Denn die Wesensicherheit ist die absolute und unabdingbare Voraussetzung für den Jagdgebrauch auf hohem Niveau und das Funktionieren der Sozialpartnerschaft Mensch-Hund. Die Sicherheit gegenüber der Umwelt und ihren Geräuschen ist ein wesentlicher Baustein hiervon. Deshalb lohnt es sich, die Welpen in diesem Bereich gezielt zu stärken.


10.06.2009 (2 Wochen, 2 Tage): Mitten im Leben

Vielfach ist es üblich, dass man die Welpen ausquartiert, sobald sie ihre ersten Schritte machen. Ob das Ausquartieren in einen Zwinger oder in ein sogenanntes "Welpenhaus" erfolgt, spielt dabei keine Rolle. Denn wenn das eingezäunte Welpenhaus einsam im Garten steht, unterscheidet es sich in keiner Weise von einem Zwinger. Daran ändert auch das nette Wort "Welpenhaus" nichts. 

Für uns ist einer der wichtigsten Bausteine zur Förderung unserer Welpen der kontinuierliche Kontakt zum Menschen. Mit Zwinger und Welpenhaus ist dieses Ziel aber nicht in dem Maße umsetzbar, wie wir uns das wünschen. 

Wir haben deshalb den Aufenthaltsbereich für die Welpen in unseren Wohnbereich integriert. Dort, wo wir uns selbst die meiste Zeit des Tages aufhalten, sind auch unsere Welpen. Und wenn sich der Radius der Kleinen vergrößert, können sie von ihrer Welpenecke direkt auf die Terrasse und von dort in den Garten. 

Dadurch, dass wir die überwiegende Zeit des Tages in der Nähe der Welpen sind, erleben diese auch dann ganz viele Dinge, wenn wir uns nicht gezielt mit ihnen beschäftigen: Den Staubsauger, das Telefon, klapperndes Geschirr, ..., und sehr viele menschliche Kontakte. 

Auf diese Weise erleben wir die Welpen sehr intensiv und können einzelne Welpen viel gezielter beobachten, als das bei Kurzbesuchen im Zwinger oder "Welpenhaus" möglich wäre. Und auf diese Weise beschäftigen wir uns auch wesentlich mehr mit den Welpen, als das bei einer "dezentralen" Haltung möglich wäre. Wir sehen sofort, wenn die Kleinen ihre aktiven Phasen haben und können darauf unmittelbar reagieren. Wir lassen uns faszinieren vom Erwachen der Sinne und vom Wachsen ihrer Lebensenergie. Es ist eine unglaublich schöne Zeit - Mitten im Leben!

Weimaraner "Von der Vogelweide"
Jagdliche Leistungszucht mit systematischer Frühförderung.
Ausgezeichnet mit dem ZÜCHTER QUALITÄTS-SIEGEL der Redaktion "HUNDE-INFO"